Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Erste Nahrung für Bienen

Krokusse liefern die erste Bienennahrung.

Warme Sonnenstrahlen locken sie hervor: Honigbienen, Wildbienen und Hummeln begeben sich auf die Suche nach Nahrung. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie streifen mit Ihnen durch den Garten und suchen Futterstellen. Ein naturnaher Garten bietet schon bald im Jahr Nahrung für Biene und Co. Mit der Auswahl bestimmter Pflanzen lässt sich das Angebot erweitern.

Aktiv auch bei kühlen Temperaturen

Wärmen die ersten Sonnenstrahlen den Boden nach einer Frostwelle und Schnee, beginnt es im Garten plötzlich zu Blühen. Selbst Schneeglöckchen blühen nach der Kälte jetzt noch. Auch Primel, Krokus, Strahlenanemone und Märzenbecher öffnen ihre Blüten. Wie in ein buntes Osternest verwandelt sich der Garten. Zu den sehr frühblühenden Gehölzen gehören viele Wildobst-Arten. Die gelb blühende Kornelkirsche (Cornus mas) und die in Rot-Tönen blühende Zierquitte oder Japanische Scheinquitte (Chaenomeles) lassen sich bei der Gartengestaltung gut integrieren. Die Gewöhnliche Mahonie mit ebenfalls gelben Blüten wächst sogar im Schatten. Auch unsere „Palmkätzchen“ bieten den Insekten erste Nahrungsquellen.

Die eher wenig erwünschte Kräuter sind ebenfalls Bienennährpflanzen wie Gänseblümchen, Frühlingsscharbockskraut, Hirtentäschel, Kriechender Hahnenfuß, Löwenzahn und Knoblauchsrauke.

In einem Garten sind frühblühende Pflanzen, die Nahrung bieten, besonders wichtig. Nach der Winterzeit benötigen die Insekten neue Kraft, in Form von Eiweiß (Pollen) und Treibstoff (Nektar). Selbst wenn es uns noch nicht so recht in den Garten lockt, viele Bienen und vor allem Hummeln tummeln sich in den Blüten. Hummeln sind schon bei wenigen Grad über Null aktiv. Die ersten Hummeln, die wir im zeitigen Frühjahr beobachten sind Königinnen. Sie sind im letzten Sommer geschlüpft und kommen jetzt aus ihren Winterquartieren. Sie suchen nach Nahrung und einen Nistplatz zur Gründung eines Hummelvolkes. Beliebt sind bei vielen Arten verlassene Mäusenester.

Zwiebelblumen auch bei wenig Platz

Wer keinen Platz mehr im Garten für größere Stauden oder Gehölze hat, sollte im Herbst an Zwiebelblumen denken. Besonders die kleinen und fast unscheinbaren sind wichtige Nahrungsquellen. Schneeglöckchen, Blaustern (Scilla) und Krokus lassen sich sogar in den Rasen pflanzen. Oftmals verwildern die kleinen Zwiebelblumen, da Ameisen die Samen verteilen. Bis aber die erste Mahd ansteht sind die Pflanzen schon eingezogen. Auch unter Obstbäumen lassen sich die kleinen Frühlingsblüher wie auch Wildtulpen gut integrieren.

Ein bisschen aktiv sein

Ein Garten braucht nicht nur den Insekten gefallen, sondern auch den Menschen, die ihn bewirtschaften. Jedoch sollten wir daran denken, dass wir ohne Insekten viel weniger Obst und Gemüse hätten. Selbst mit nur wenigen Pflanzen machen wir einen Frühlingsgarten auch für Bienen und andere Insekten attraktiv. Ein Garten in dem es blüht, summt und brummt ist Lebendigkeit.

Bevor die ersten Wildbienen auftreten, können Sie noch schnell Nisthilfen mit einfachen Mitteln bauen. Nehmen Sie dazu hohle Pflanzenstängel, kürzen diese auf mindestens zehn Zentimeter ein und stecken diese gebündelt in eine Dose. Die Stängel müssen aber eine glatte Schnittkante aufweisen, sonst meiden die Tiere das Angebot. An faserigen Kanten verletzen sich die Tiere ihre Flügel. Aufgehängt und fixiert an einem geschützten und sonnigen Platz ziehen bald die ersten Wildbienen wie z.B. Mauerbienen ein. Beachten Sie jedoch, dass auch viele Wildbienen-Arten in Sand und Erde nisten, indem sie Röhren graben.

Weitere Informationen zu Nisthilfen und Futterpflanzen finden Sie unter anderem auf den Seiten der LWG Veitshöchheim.

Zurück