Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Die Mispel – seltenes Wildobst

Krokusse liefern die erste Bienennahrung.

Unscheinbare braune kugelige Früchte hängen in malerischen Sträuchern, die in Parks oder Gärten wachsen. „Früher ein bekanntes Wildobst – ist die Mispel heute fast vergessen“, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Liebhaber schätzen die Frucht und auch die gesamte Pflanze, die sich gut in den Garten integrieren lässt. Sie überzeugt durch die Blüte und durch das bunte Herbstlaub.

Mispelfrüchte für Liebhaber

Zugegeben, nicht jeder mag die Frucht, deren Konsistenz bei Reife weich und teigig ist. Doch die Fruchtaromen machen die Mispel zu etwas Besonderem. Meist isst man die Früchte nicht roh, sondern verwertet sie zu fruchtigen Aufstrichen, oft mit anderem Obst wie Apfel oder Birne. An der bizarren goldbraunen Frucht mit der ledrigen, leicht behaarten Schale fällt ein großer, nach innen offener Kelch mit fünf zottigen Kelchblättern auf. Die hartreifen Früchte können ab Mitte/Ende Oktober für die Verarbeitung geerntet werden. Die Reife für den Rohgenuss entwickelt sich erst nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung. Spezielle Fruchtsorten haben größere Früchte.

Mispelpflanze für Pflanzenfreunde

Die Mispel (Mespilus germanica) entdeckt man manchmal in Parkanlagen und Gärten als Gruppen– oder Einzelpflanze. Meist wird sie als Ziergehölz verwendet aufgrund der schmückenden weißen Blüten, des reichen Fruchtansatzes und des bunten Laubes im Herbst. Die bis 12 Zentimeter langen sommergrünen unterseits behaarten Blätter färben meist rotbraun, manchmal auch orangegelb. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Vorderasien, ist aber heute an wärmeren Standorten in Mitteleuropa zu finden. Als Großstrauch oder kleiner Baum bis fünf Metern Höhe eignet sich die Mispel auch für kleinere Gärten. Allerdings wächst sie im Alter breiter als hoch und wirkt wie ein Schirm. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein sowie einen tiefgründigen, kalkhaltigen und warmen Boden vorweisen. Trockenheit wird wesentlich besser vertragen als zu viel Bodenfeuchte.

Mispelblüte für Insekten

Auffallend sind die einzeln stehenden großen weißen Blüten ohne Duft, die im Mai und Juni erscheinen. Aufgrund der Blütezeit bereiten Spätfröste keine Probleme. Die Blüten sind eine Bienenweide, denn sie bieten reichlich Pollen und Nektar. Sie sind deshalb für Bienen und andere Insekten sehr interessant und bereichern das Nahrungsangebot nach der Blüte der Hauptobstarten. Die Mispel ist selbstfruchtbar, daher ist nur eine Pflanze nötig, um Früchte zu bekommen.

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