Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Die Eibe -Taxus baccata

Krokusse liefern die erste Bienennahrung.

November - eine ruhige Zeit, häufig in Verbindung mit einem Besuch auf dem Friedhof, um der Toten zu gedenken. Als Pflanze wurde die Eibe oft mit dem Tod in Verbindung gebracht, auch weil sie fast in allen Teilen giftig ist. „Die Eibe ist ein sehr wertvolles Gehölz für den Garten“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Robustheit und gute Schnittverträglichkeit sind Hauptargumente für die Verwendung der Eibe (Taxus baccata) im Garten.

Mythenbaum Eibe

Der Weg in die Unterwelt war mit Eiben gesäumt, Gallier präparierten ihre Pfeilspitzen mit Eibenextrakt, der Schlaf unter der Eibe würde zum Tode führen. Ein Stückchen Eibenholz am Körper getragen schütze jedoch vor finsterer Gewalt. Die Eibe war ein Gehölz, das vielen Angst einflößte: Angst vor Taxin, das fast alle Pflanzenteile, vor allem die dunkelgrünen Nadeln enthalten. Nicht nur beim Menschen wirkt dieses Gift, besonders für Unpaarhufer wie Pferde ist es tödlich. Deshalb wurden früher recht häufig Eiben gerodet. Lediglich der rote fleischige Samenmantel ist ungiftig. Aufgrund der Giftigkeit raten wir von einer Pflanzung bei Kindergärten und Spielplätzen ab. Ein Grund für den starken Rückgang großer Eibenwälder war die vielseitige Verwendung des Holzes. Es ist sehr widerstandsfähig, fäulnisfest, hart und doch zugleich elastisch und deshalb als Waffenholz zur Herstellung von Bogen, Speeren und Armbrüsten wertvoll. Auch als Ausgangsmaterial von Möbeln und Hausrat war das Holz stark nachgefragt. Der in freier Wildbahn nun unter Naturschutz stehende Nadelbaum war 1994 "Baum des Jahres".

Gartenbaum Eibe

Die Eibe ist ein immergrüner Baum oder Strauch mit dunklen Nadeln, die sehr wenig abfallen. Eiben besitzen die Eigenschaft der „Zweihäusigkeit“, das heißt die einzelnen Pflanzen tragen entweder nur weibliche Blüten, aus denen sich Samen mit roten Samenmänteln entwickeln oder nur männliche Blüten, welche gelbe Wolken von Pollen entstehen lassen. Daher sind die Pflanzen entweder Vogelnährgehölz oder Bienenweide.

Eiben sind sehr robuste, gesunde, langlebige und relativ langsam wachsende Pflanzen. Sie lieben frische bis feuchte, nährstoffreiche, kalkhaltige Böden. Trockenheit oder ärmere Böden werden aber durchaus gut vertragen, ebenso Sonne und Schatten. Lediglich in der Jugendphase können strenge Winter Schäden verursachen. Die Schnittverträglichkeit der Eibe ist herauszuheben. So kann sie als Formgehölz, aber auch als Heckenpflanze verwendet werden. Selbst aus altem Holz und nach starkem Rückschnitt treibt sie wieder gut aus. Da der Buchs in den letzten Jahren verstärkt Probleme durch das Triebsterben Cylindrocladium oder durch den Buchsbaumzünsler aufweist, kann die Eibe durchaus eine Ersatzpflanze sein. Je nach Einsatzort bietet das Baumschulsortiment stark- oder schwachwachsende bis hin zu straff aufrecht wüchsige Arten und Sorten. Die dunklen Nadelzweige eignen sich auch gut für die Spätherbst- und Winterdekoration, denn die Nadeln bleiben sehr lange haften. Außerdem bilden sie einen Kontrast zu anderen Zweigen.

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