Der bienen- und insektenfreundliche Sommerbalkon

vor allem, wenn nach dem Frühling das Blütenangebot abnimmt. Die überwiegende Zahl der Balkonblumen ist für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln uninteressant. Die Mitarbeiter der bayerischen Gartenakademie haben Ihnen deshalb ein bienenfreundliches Balkonsortiment zusammengestellt.

Eine bienen-freundliche Bepflanzung für den Balkon. (Foto: Bayerische Gartenakademie)

 


Einjährige Sommerblumen aus Samen

In größeren Kübeln und breiten Balkonkästen mit ausreichend Erdvolumen gedeihen einjährige Sommerblumen prächtig. Durch die Ansaat der Blumen schonen Sie Ihren Geldbeutel. Blumen selbst zu säen macht zwar ein bisschen mehr Arbeit, ist dafür aber wesentlich günstiger als eine Bepflanzung mit teuren Hochleistungsbalkonblumen. Reseda, Mohn in allen Variationen, Sommerazaleen, die niedrigen einfachblühenden Dahlien und Tagetes, Goldmohn und Cosmea sind gute Bienennährpflanzen. Im Handel werden auch spezielle Saatgutmischungen für Balkonkästen angeboten. Diese Blumenmischungen locken nicht nur Bienen, sondern auch Falter und Hummeln an. Säen Sie die Blumensamen Ende April in einen mit lockerer Blumenerde gefüllten Balkonkasten. Stellen Sie den Kasten nicht sofort ins Freie. Die frische Aussaat gedeiht auf der Fensterbank bei 20 °C am besten. Nach einer Woche keimen die ersten Samen. Sobald die Tagestemperaturen über 15 °C steigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, sollten die Kästen ins Freie. Samenvermehrte Blumen wollen gerne selbst Samen bilden. Schneiden Sie deshalb im Laufe des Sommers Verblühtes und Samenansätze immer wieder aus, dann blühen die Sommerblumen zügig weiter bis in den Herbst.

Die Vanilleblume wird gerne von Insekten besucht.(Foto: Bayerische Gartenakademie)

 


Sommerbalkonblumen

Das Balkonblumensortiment wird immer umfangreicher und somit die Auswahl immer größer. Immer mehr finden sich auch bienenfreundliche Balkonpflanzen darunter. Zu ihnen gehören Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Fächerblume, Vanilleblume, alle Salbeiarten mit kurzer Blütenröhre, wie z.B. Echter Salbei (Salvia officinalis) oder Mehliger Salbei (Salvia farinacea), Portulakröschen, Kapmalve (Anisodontea capensis), auch Lobelien sowie Balkonformen der üppig blühenden Kokardenblumen (Gaillardia), von Sonnenhut (Rudbeckia) und Sonnenauge (Heliopsis).

 


Kräuter

Wer liebt sie nicht, die Kräuter direkt auf der Fensterbank? Lassen Sie die Kräuter doch für die Bienen erblühen. Die Blüten beliebter Küchenkräuter wie Thymian, Schnittlauch, Bergbohnenkraut, Bohnenkraut, Majoran und Basilikum, Ysop und Weinraute sowie Zitronenmelisse oder Pfefferminze sind bei den Honigbienen heiß begehrt. Dabei können die Blüten wie auch die Blätter in der Küche zur Dekoration und auch zum Würzen der Speisen verwendet werden. Stellen Sie die Kräuter an einen sonnigen Platz. Das ist nicht nur für das Wachstum der Kräuter gut, auch Bienen finden sich dann schneller ein.

 


Frühjahr

Nach einem langen Winter suchen Bienen fleißig nach Nektar und Pollen. Für größere Kübel oder als Terrassenpflanzung bietet die Schneeheide an den ersten Flugtagen der Bienen ein reiches Nahrungsangebot. Und wenn Krokus, Schneeglöckchen und Traubenhyazinthe dazu kommen, lohnt es sich noch mehr!

Nicht nur Bienen fliegen auf einfache Blüten, auch Schwebfliegen tun dies. (Foto: Bayerische Gartenakademie)

 

 

Einfachblühend bringt mehr

Neben Nektar als Treibstoff zum Fliegen und Wärmen brauchen Bienen auch den eiweißreichen Blütenstaub, den Pollen. Aber da heißt es Augen auf beim Pflanzenkauf! Nur ungefüllte Blüten bieten den lebensnotwendigen Pollen an, bei gefüllten Blüten ist da nichts zu holen.

 


Nur Bienen?

Wir können sicher sein, dass unser kleines Balkongärtchen viel Besuch bekommt. Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, manchmal auch ein Käfer, finden sich ebenso ein wie Honigbienen. Machen Sie einmal den Versuch – es ist ein doppeltes Vergnügen, wenn es nicht nur blüht, sondern auch friedlich und freundlich summt, auf dem Balkon!

Mehr Informationen rund um den Haus- und Kleingarten finden Sie bei der Bayerischen Gartenakademie.