Blauer Herbst

 

 

Die bis 20 cm hoch werdende Enzianbleiwurz eignet sich auch als hübscher Bodendecker.

Gelb, orange und rot – das sind die Farben des Herbstes. Doch daneben gibt es viele Pflanzen, die mit einem kräftigem Blau Farbakzente setzen. Machen Sie auf Ihrem Herbstbalkon doch mal Blau!! Die Bayerische Gartenakademie stellt Ihnen die passenden Pflanzen dazu vor und zeigt wie sie sich gut kombinieren lassen.




Enzian

Enzian, Dirndl und Hüttenromantik – Im Herbst haben Sie Hochkonjunktur. Die Enziane sind jetzt im Angebot, aber immer noch nicht als Discountpflanzen im Handel. Sie wachsen langsam heran und sind deshalb etwas kostspieliger. Bei den herbstblühenden Enzianen handelt es sich meist um Gentiana scabra, den japanischer Enzian oder Gentiana sino-ornata, den chinesischen Enzian. Beide bevorzugen etwas saure, durchlässige und humose Böden wie Heidegewächse sie mögen. Viele Gartenbesitzer haben kein Glück mit diesen Alpenpflanzen. Sie wintern oft aus. Was einerseits am falschen Boden, aber auch an der Herbstpflanzung liegt. Winterhärter ist der Sommerenzian, Gentiana septemfida var. lagodechiana. Er blüht von Juli bis September und gedeiht sogar im Halbschatten. Enzian pflanzt man am besten im Frühjahr, dann können sie ausreichend bis zum Herbst einwurzeln. Falls Sie aber jetzt diesem herrlichen Pflanzenangebot nicht widerstehen können, dann schützen Sie die neu erworbenen Enziane im Winter mit Laub und Reisig.




Chinesischer Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides)

Die sommerblühende Bleiwurz (Plumbago auriculata) ist wesentlich bekannter als die herbstblühende Chinesische Bleiwurz, die auch Enzianbleiwurz genannt wird. Während der Plumbago als stattliche Kübelpflanze im Winter eingeräumt werden muss, übersteht die Enzianbleiwurz die frostigen Winter im Freien ohne Probleme. Gemeinsam haben die beiden nur die Blütenform. Ansonsten sind dies vollkommen unterschiedliche

Die Blüten der Bartblume bieten für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle im Herbst.

Pflanzenarten. Die chinesische Bleiwurz wird 15 bis 20 cm hoch und blüht nur im Herbst. Je kühler es wird, desto intensiver wird das Farbenspiel. Dann färben sich nämlich seine Blätter rot – ein starker Kontrast zum intensiven Blau der Blüten. Die Chinesische Bleiwurz kann als bodendeckende Staude an so gut wie jeden Standort gepflanzt werden. Selbst im Schatten gedeiht sie gut. Hier fallen allerdings Blüte und Herbstfärbung etwas spärlicher aus. Im Frühjahr treibt sie relativ spät aus. Erst dann, wenn sich bereits die ersten Unkräuter breit gemacht haben. Denken Sie also im Frühjahr an die späte Enzianbleiwurz und entfernen Sie nicht unabsichtlich die Wurzeln und zarten Triebe. Im Sommer bildet er kurze Wurzelausläufer, aber dieser Ausbreitungsdrang lässt sich gut im Zaum halten.




Bartblumen (Caryopteris clandonensis)

Stark umschwirrt sind die strauchigen Bartblumen. Für Bienen sind sie wichtige Futterquellen vor dem Winter. Das Sortenspektrum wird immer größer. Buntblättrige Sorten sehen sogar schon nach dem Austrieb im Frühjahr attraktiv aus. Damit die Bartblumen den Winter überstehen und nicht erfrieren, dürfen Sie bei einer Herbstpflanzung den Winterschutz aus Laub und Fichtenreisig nicht vergessen. Erst im späten Frühjahr wird zurückgeschnitten. Schneiden Sie letztjährige Triebe bis auf Stummel zurück. Dieser starke Rückschnitt ist wichtig für einen stabilen, kräftigen Pflanzenaufbau. Bartblumen wollen einen sonnigen Standort mit einem durchlässigen, mageren Boden. Zu viele Nährstoffe im Boden mindern die Winterhärte.




Buntgünsel (Ajuga reptans)

Die Hauptblütezeit des Buntgünsels ist eigentlich der Frühsommer. Doch auch jetzt treibt er noch kräftig blaue Blütenkerzen über den rotbraunen oder buntlaubigen Blättern. In milden Wintern bleibt sein Laub den ganzen Winter erhalten. Der Günsel übernimmt im Kasten und Kübel den hängenden Part, während er ausgepflanzt zum wüchsigen Bodendecker wird. Vorausgesetzt der Boden ist immer gleichmäßig feucht. Trockenphasen im Sommer nimmt er übel. Er wächst im Halbschatten und in der Sonne bei ausreichender Feuchtigkeit.




Gut kombiniert

Starke Kontrastfarben wie Gelb oder Orange drängen das Blau in den Hintergrund. Zusammen mit grau- oder grünlaubigen Pflanzen werden die blauen Herbstpflanzen zu edlen Vorboten des eisigen Winters. Silberdraht, Heiligenkraut und Silberblatt sind hervorragende Partner. Weiße Besenheide und weiße Chrysanthemen unterstreichen den kühlen Charakter der Blaublütigen. Dezent ist auch eine Kombination mit rotlaubigen Pflanzen, wie Heuchera und rotbraunen Buntgünsel. Natürlich lassen sich alle Gräser mit den blauen Herbstschönheiten kombinieren.




Blaublühende Pflanzen lassen sich gut mit rot- und silberlaubigen Pflanzen sowie Gräsern kombinieren.

Fotos LWG:
1) Die bis 20 cm hoch werdende Enzianbleiwurz eignet sich auch als hübscher Bodendecker.
2) Die Blüten der Bartblume bieten für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle im Herbst.
3) Blaublühende Pflanzen lassen sich gut mit rot- und silberlaubigen Pflanzen sowie Gräsern kombinieren.

Mehr Informationen rund um den Haus- und Kleingarten finden Sie bei der Bayerischen Gartenakademie.